Zecken: Nicht lustig, sondern lästig – und teils gefährlich

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Kaum klettert das Thermometer auf 10 °C, beginnt der Tanz der Vampire. Mit Attacken der grusligen Krabbler, auch als "Zecken" oder "gemeiner Holzbock" bezeichnet, ist leider bis in den November hinein zu rechnen.
Und gemein ist der Holzbock auch deshalb, weil er als Krankheitsüberträger für die Lyme-Borreliose sowie der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) fungiert.
Die Lyme-Borreliose wird verursacht durch ein Bakterium, vor allem in Europa und Nordamerika durch Zecken verbreitet; etwa jede fünfte Zecke ist Träger dieses Bakteriums. Allerdings folgt dem Biss durch eine infizierte Zecke nicht zwingend ein Ausbruch der Krankheit beim Menschen; die Dauer des Saugvorgangs spielt hier eine entscheidende Rolle. Je länger der Kontakt, desto höher das Infektionsrisiko. Die ersten Anzeichen einer Borreliose treten nach fünf bis 30 Tagen auf. Wenn also innerhalb dieses Zeitraumes Beschwerden ähnlich einer "Sommergrippe" auftreten, sollte man sich des Zeckenbisses erinnern und diesen als mögliche Ursache für die Symptome in Betracht ziehen. Eine so genannte Wanderröte (Erythema chronicum migrans), ein roter, langsam auslaufender und verblassender Rand rund um den Biss (ähnlich einer Zielscheibe) ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass eine Übertragung der Borrelien (Borrelia burgdorferi) stattgefunden hat. Laut RKI kommt es in fast 89% aller Fälle vor und ist oft nur das einzige Symptom. Spätestens jetzt sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben, denn durch die rechtzeitige Gabe eines Antibiotikums wird ein chronischer Verlauf verhindert, bei dem Herz, Nervenbahnen, Gelenke, Muskeln … in Mitleidenschaft gezogen werden können.
Das Auftreten der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist seltener. Die Hirnhautentzündung wird ausgelöst durch Viren und ist mittels Impfung vermeidbar.
So schützen wir uns vor den Blutsaugern:
Am Waldrand, im Unterholz und auf Wiesen halten sich die Zecken gerne auf und warten dort auf potenzielle, warmblütige Wirte. Wir lassen sie warten.
Anti-Zecken-Sprays und -Cremes (Repellents) bieten einen guten Schutz.
Geschlossene Schuhe und lange Hosenbeine schützen vor der Attacke von unten. Modisch fragwürdig aber effektiv ist es, die Hosenbeine in die Socken zu stecken. Auf hellen Stoffen sind die schwarzen, gierigen Zeitgenossen gut zu identifizieren - möglichst, bevor sie angebissen haben.
Unmittelbar nach dem Aufenthalt im Grünen (gut die Hälfte aller Zeckenbisse ereignen sich im eigenen Garten) sollten wir uns gründlich (eventuell gegenseitig) inspizieren. Die listigen Spinnentierchen suchen im Blutrausch gerne in Hautfalten, Knie-/Achselhöhlen sowie überall da, wo Haare sind, Unterschlupf.
Sehr nützlich ist es, in der Zeckensaison stets eine Zeckenzange, -karte oder eine geeignete Pinzette und Hautdesinfektion mit sich zu führen. So kann der Übeltäter gleich nach Übergriff entfernt und die Bissstelle desinfiziert werden. Sicherheitshalber Tatort und Zeitpunkt notieren, damit beim zeitlich verzögerten Auftreten von Symptomen der Arzt entsprechend informiert werden kann.

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